Dieser Sommer 2026 ist extrem!
Eine Hitzewelle nach der anderen mit bisher über 12 000 Hitzetoten (Stand Mitte August 2026) in Deutschland, eine Dürreperiode mit historisch niedrigen Pegelständen in Flüssen und Gewässern, Wald- und Flächenbrände in einem Ausmaß und einer Häufung, wie wir sie hierzulande noch nicht erlebt haben. Dazu eine Bundesregierung, die sich weigert, diese Problematik angemessen zu adressieren und sich mehr den Interessen der fossilen und fossilabhängigen Industrien verpflichtet fühlt als der eigenen Bevölkerung.
Und als wäre das nicht schon genug, befinden wir uns im sechsten Massenaussterben mit einem Rückgang der biologischen Vielfalt innerhalb der letzten 40 Jahre um 65 %.

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Sich das so geballt vor Augen zu führen kann heftige Gefühle auslösen: in der Wissenschaft spricht man von Climate Distress.
Dazu zählen Klimaangst (Climate Anxiety), Klimatrauer (Climate Grief), Solastalgie – die Trauer um den Verlust vertrauter Lebensräume – sowie Wut angesichts unzureichender gesellschaftlicher und politischer Reaktionen auf die Klimakrise. Aber auch Schuldgefühle und Scham können uns überwältigen, wenn wir vielleicht nicht so viel tun, wie wir von uns erwarten. Wichtig hierbei ist, dass diese Gefühle „normal“ sind, also nicht pathologisch und behandlungsbedürftig, sondern angemessene Reaktionen auf eine reale Bedrohung.
Was tun? Bewältigungsstrategien
Was können wir tun, um nicht in Resignation, Depression, Zynismus oder Verdrängung stecken zu bleiben?
Katharina van Bronswijk, Psychologin und aktiv bei Psychologists/Psychotherapists for Future, beschäftigt sich schon lange mit Bewältigungsstrategien bei Climate Distress. Ihrer Erfahrung nach ist das sogenannte sinnorientierte Coping am erfolgversprechendsten. Sinnorientiertes Coping ist eine Mischung aus verschiedenen Elementen:
Akzeptanz der eigenen Gefühle:
das erscheint mir der erste und der wichtigste Schritt: ich erkenne an, dass meine Trauer, meine Verzweiflung, meine Wut angemessen sind angesichts des Schwindens unserer natürlichen Lebensgrundlagen und der Bedrohung unserer Zukunft. Ich lasse meine Gefühle zu. Ich spüre sie.

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Konstruktive Hoffnung:
ich mache mir immer wieder klar, wie viel schon erreicht wurde im Kampf gegen den Klimawandel und wie viel Gutes es auch in der Welt gibt. Diese Informationen muss man gezielt suchen, sie gehen oft unter in der Vielzahl der täglichen Schreckensnachrichten, aber es gibt sie zb. beim Good News Newsletter, bei Perspective daily oder bei unabhängigen Journalistenkollektiven wie RiffReporter oder Krautreporter.
Vertrauen in andere Menschen und Institutionen:
sich mit Gleichgesinnten verbinden und austauschen, einen Raum schaffen, in dem man sich sicher und geborgen fühlt ist ein Teil dieses Punkts der Copingstrategie. Das stärkt das Vertrauen in andere Menschen. Das Vertrauen in Institutionen kann z.B. bedeuten, den Blick darauf zu richten, was bei uns tatsächlich auch gut funktioniert. Mir fallen da funktionierende Verwaltungen und politische Beteiligungsmöglichkeiten ein. Ich selbst habe ja über mehrere Jahre in Sri Lanka in einem Hilfsprojekt von Homöopathen ohne Grenzen gearbeitet und konnte da in verschiedensten Bereichen ganz gut vergleichen. Natürlich kann und sollte man noch vieles verbessern, aber viel von dem, was bei uns gut funktioniert, ist für uns so selbstverständlich geworden, dass wir es nicht mehr wahrnehmen.

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positive Neubewertung:
eine bedrückende Situation oder Erfahrung umzudeuten kann helfen, die dadurch ausgelösten Emotionen zu regulieren und die Resilienz zu stärken. Im Coaching kennt man diese Strategie als „Reframing“. Dabei geht es nicht darum, etwas zu verharmlosen oder schönzureden. Die Gefühle wie Klimaangst oder Wut sind angesichts der Umstände angemessen. Es geht darum, wieder handlungsfähig zu werden und die eigene Stärke wiederzufinden. Zum Beispiel könnte ich mich als Zeugin eines historischen Umbruchprozesses sehen und überlegen, welchen Beitrag ich dabei leisten will und kann. Das könnte mir helfen, mich aus meiner individuellen Erfahrung heraus als Teil eines größeren Ganzen zu sehen und mir so wieder Kraft geben, mit den Geschehnissen umzugehen.
Selbstwirksamkeitserfahrungen:
dieser Punkt schließt direkt an den vorherigen an. Hier geht es darum, zu überlegen, welchen Beitrag ich leisten kann, um die Klimakrise zu bewältigen. Und dabei kann es sich auch um kleine Dinge handeln, z.B. beim nächsten Spaziergang Müll zu sammeln, das Auto stehen zu lassen und das Fahrrad zu nehmen, den örtlichen Landwirt durch einen Direkteinkauf zu stärken usw. Es gibt aber auch größere Projekte, bei denen man sich beteiligen kann, wie z.B. das Bergwaldprojekt oder bei lokal arbeitenden Umweltschutzorganisationen wie BUND oder NABU. Selbstwirksamkeitserfahrungen sind unglaublich wichtig für unsere Psyche, weil sie uns wieder ins Handeln bringen und unser Vertrauen in uns und unsere Kompetenz stärken.

Naturerlebnisse:
mein persönlicher Favorit, natürlich! Naturerlebnisse können uns helfen, uns eingebunden in einen Kreislauf zu erleben, unsere Stellung in der Welt relativieren, Demut und Dankbarkeit empfinden lassen. Naturaufenthalte stärken uns auch auf der körperlichen Ebene, sie senken unsere Stresshormone, vertiefen unsere Atmung und fördern unsere Konzentrationsfähigkeit. Natur hilft uns, wieder zurück zu unserem innersten Erleben zu finden, wenn wir uns in der anstrengenden und fordernden Außenwelt verloren haben.

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Orientierung an persönlichen Werten:
Werte sind essentiell, um mir immer wieder zu verdeutlichen, warum ich mich für eine klimagerechtere Welt einsetzen sollte. Solidarität, Verbundenheit, Kreativität, Großzügigkeit, Ehrlichkeit, das sind Beispiele für Werte. Seine eigenen Werte zu kennen, hilft in Krisenzeiten. Sie sind wie ein Leitstern, an dem ich mich orientieren kann und der mir den Weg auch in der Dunkelheit zeigt. Kennst du deine Werte?

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Was kannst du noch tun, um mit deinen Gefühlen besser klarzukommen und nicht in Verzweiflung oder Ängsten steckenzubleiben?
Wie kannst du deine Resilienz stärken?
Achtsamkeit und Meditation sind äußerst hilfreiche Werkzeuge.
Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass Achtsamkeit das körperliche und seelische Befinden verbessern kann.
Ich selber biete ja Achtsamkeitstraining in der Natur in verschiedenen Kontexten an und bin immer wieder berührt davon, wie tief diese Anregungen wirken. Die Verbindung von Naturerleben und Achtsamkeit kann Gefühle von Dankbarkeit, Verbundenheit und Sicherheit fördern. Gerade beim Klimastress kann dieses Erleben helfen, mit den manchmal überwältigenden Gefühlen von Angst, Verzweiflung und Wut umzugehen.
Kennst du Gefühle von Klimastress?
Wie gehst du damit um?
Wenn du spürst, dass dich diese Gefühle gerade beschäftigen und du einen geschützten Raum suchst, um sie in der Natur zu bearbeiten – schreib mir gerne. In meinem Gesundheitscoaching in der Natur und meinen Achtsamkeitsangeboten begleite ich Menschen genau durch solche Prozesse.
Über meine Buchungsseite kannst du ein unverbindliches und kostenloses Kennenlerngespräch vereinbaren, um herauszufinden, ob mein Angebot für dich passt. Ich freu mich auf Dich!

Weiterlesen:
z.B.
https://www.lpk-rlp.de/fileadmin/user_upload/RZ_LPK_Klimabroschuere_webversion.pdf
Amelie Schomburg, Friederike Schomburg, Klimaangst, 2022, Komplett Media Verlag
